Neurotechnologien

- die neue Herausforderung

Von Uwe Gerlach und Rainer Wiegand

Erschienen im September 98 im Selbstverlag der Autoren

Der Versuch das Buch bei einem der bekannten geeigneten Verlage unterzubringen, schlug fehl. Das Desinteresse der Verlage lässt aber nicht auf ein Desinteresse der Leser schließen, sondern nur auf die Langsamkeit der Verlage. Dieses Buch ist eine Novität auf dem Planeten Erde. In den USA sind solche in Vorbereitung.

 

Zitat aus der Einleitung:

"Passend zur Neuschöpfung einer Technologie verbreitete sich ein neues Paradigma zu den Beeinflussungsmöglichkeiten des menschlichen Gehirns. Die achtziger Jahre stellten überhaupt das kreative Jahrzehnt des ausgehenden Jahrhunderts dar. Bewußtseinserweiternde Drogen, der beginnende Esoterik-Boom, viel neue Literatur über spirituelle Themen, neue bahnbrechende Ergebnisse in der Gehirnforschung und eine weitverbreitete Neugier auf die Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung trugen dazu bei. So war ein fruchtbarer Boden vorhanden um eine neue Technologie mit neuen Geräten hervorzubringen. Die rasante Entwicklung der Miniaturelektronik und der Möglichkeiten im Computerbereich unterstützte die technologischen Pioniere der Mind Machines bei ihrer Umsetzung von Ideen.

Nach vier Jahren voller Anfangseuphorie und ersten kleinen geschäftlichen Erfolgen begannen die meisten Pioniere darüber nachzudenken, ob sie auf das richtige Pferd gesetzt hatten. Das anfangs große öffentliche Interesse erlahmte und die Verkaufszahlen gingen zurück. Das Ganze war kein geschäftlicher Erfolg mehr. Die meisten Akteure machten ihre Kleinfirma wieder zu oder schlossen ihr Studio. Man hörte immer weniger von Anwendern der Mind Machines. Das Ganze schien ein Flop zu werden, eine technische Modeerscheinung ohne Tiefgang.

Andererseits deuteten einige wenige Akteure das Verschwinden dieser Technologie als ein generelles Phänomen, wie es bei jeder neuen Bewegung anzutreffen ist. Das war beim Computer in den vierziger und fünfziger Jahren auch so gewesen. Typisch sind Wellenbewegungen, wobei einem Berg ein Tal folgt - wenn die Technologie gut und wirksam ist, kommt der nächste Berg bestimmt! Allerdings wird der neue Berg völlig neue Erscheinungsformen der Technologie mit sich bringen.

Die Autoren selbst gehörten zu den wenigen Akteuren, die soviel Interesse am Thema hatten, daß sie sich durch das Tal nicht abschrecken ließen. Die neuen Erscheinungsformen der Neurotechnologie sind bereits auf dem Markt. Allerdings muß man, um sie zu erkennen, sich der Mühe unterziehen und die nordamerikanische Szenerie untersuchen.

Das Ergebnis dieser Analyse ist kurzgefaßt folgendes: eine längere Tradition als die Mind Machines hat das Biofeedback. Darunter versteht man die Bewußtmachung von Körperfunktionen wie Muskelspannung, Herzrate, Hautwiderstand und Gehirnwellen. Unter Therapeuten ist das Biofeedback bzw. die Rückmeldung der ersten drei Funktionen zwar bekannt, hat aber nie eine intensive Anwendung gefunden, weil die erfolgreiche Durchführung recht langwierig ist und die aktive Mitarbeit des Klienten erfordert. Das Feedback der Gehirnwellen, das Neurofeedback, ist in Europa noch weitgehend unbekannt.

Die Mind Machines haben bisher keine größere Verbreitung gefunden und das Feedback der Gehirnwellen ist unbekannt. Man fragt sich, ob das eine tiefverwurzelte Angst vor der Beeinflussung des eigenen Bewußtseins ist. Von Bedeutung ist auf jeden Fall, daß die Preise für diese Geräte stark gesunken sind. Eine sehr gute Mind Machine mit optisch-akustischer Stimulierung ist heute für jedermann erschwinglich. Das kleinste professionelle 2-Kanal-EEG ist für ca. 5.000 DM zu haben. Biofeedbackgeräte sind bei manchen kleinen EEG-Maschinen mit integriert oder sie kosten nur wenige Dollar.

Hinzu kommt, daß neben der Hardware auch eine Menge Software zum brauchbaren Einsatz vorhanden ist. Das World Wide Web macht das möglich. Geben Sie einmal bei einer der bekannten Suchmaschinen(Yahoo, Alta vista, Infoseek) Stichwörter wie Mind Machines oder Neurofeedback ein. Sie können sich vor der Informationsflut kaum retten. Zugegeben, diese Informationsquellen sind noch recht neuen Datums, aber das mühsame Suchen in irgendwelchen Bibliotheken entfällt damit.

Wahrscheinlich gilt was ein paar Sätze vorher gesagt wurde: es ist auch fortschrittlichen oder fortschrittsgläubigen Zeitgenossen noch nicht geheuer, daß man das eigene Gehirn effektvoll, dazu ohne negative Nebenwirkungen und vor allem auch ohne Chemie beeinflussen kann.

Lassen Sie sich also überraschen, welches breite Spektrum an Möglichkeiten die neue Technologie aufgeschlossenen Geistern eröffnen kann! Wahrscheinlich gilt hier das Gleichnis der Eingeborenen auf einer Südseeinsel: Als an ihrer Insel ein schöner und großer Ozeandampfer vorbeifährt, nehmen sie ihn gerade wegen seiner Fremdartigkeit nicht wahr. - Öffnen wir also die Beschränkungen unseres Gehirns. Nicht nur der Mangel und das Chaos verdienen in Tagesnachrichten genannt zu werden; auch die immensen Möglichkeiten der nahen Zukunft auf dem Gebiet der Neurotechnologie müssen der Öffentlichkeit mitgeteilt werden."

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