Inhaltsverzeichnis

Einführung

Kapitel 1 - 5 sind Auszüge aus Arthur Janovs Büchern:

Kapitel 1 Der Ursprung der Neurose

Kapitel 2 Die drei Ebenen des Bewußtseins, wie Gefühle im Gehirn strukturiert sind

Kapitel 3 Kritische Perioden (Prägungen) und das Abwehrsystem (Schleusen)

Kapitel 4 Grundlegendes über Streß, Angst und Spannung

Kapitel 5 Undichte Schleusen und ihre Folgen (Krankheitsbilder)

Kapitel 6 – 8 behandeln das Neurofeedback und verwandte therapeutische Werkzeuge:

Kapitel 6 Neurofeedback als effektive Therapie

Kapitel 7  Therapieverlauf beim Neurofeedback und Veränderungs-Systematik – Vergleich mit der Primärtherapie

Kapitel 8  Beschreibung der aktuellen Werkzeuge des Neurofeedback und des AVS

Kapitel 9  Hypnose, Trance und andere Bewusstseinszustände

 

Einleitung:

 

Es ist einiges passiert zur Aufklärung von Psyche und Bewußtsein im vergangenen Jahrhundert, soviel wie in tausend Jahren davor nicht.

Wir verfügen über einen großen Strauß von Therapieformen, die dem Menschen ein gutes Stück aus seinem Leiden heraushelfen können. Allerdings stellt sich immer wieder die Frage nach der Wirksamkeit einer speziellen Therapie. Der Streit darüber ist endlos.

Auf der einen Seite gibt es die „anerkannten“ - von den Kassen bezahlten – kognitiven Therapien wie die Psychoanalyse, die Gesprächstherapie und diverse Verhaltenstherapien. Um gleich klarzustellen, wir halten diese nicht für besonders effektiv, weil sie nur den Neokortex des Klienten ansprechen.

Auf der Gegenseite stehen die mehr körperorientierten wie z. B. Gestalt-, Primär- und Massagetherapien, Trancetherapien sowie Kombinationsformen. Diese sind entwickelt worden um nicht nur das denkende Gehirn, sondern auch das limbische System (das fühlende Hirn) und das Stammhirn (Motorik und Sensorik) des Klienten in Veränderungen hineinzuziehen.

 

Es geht uns hier nicht darum, objektive Maßstäbe der Wirksamkeit zu definieren und diese dann als Meßlatten an einzelne Therapien zu halten. Das dürfte unmöglich sein. Man weiß ja, daß o. g. kognitive Therapien den Betroffenen zum besseren Funktionieren in seinen gesellschaftlichen Rollen führen können. Von Heilung kann nicht die Rede sein. Wir wollen jedoch Stellung beziehen und eine neue, originelle Bewertung der festgefahrenen Diskussion vornehmen. Von Zeit zu Zeit ist dies nützlich, es gibt Neuerungen, die aufgearbeitet werden müssen. Drei Gründe sprechen für eine  Neubewertung des Therapiestreites:

1 - Wir sind kompetent: wir haben diverse Therapien aus gegensätzlichen „Lagern“ selbst erfahren (Psychoanalyse und Primärtherapie, Gesprächstherapie, vor 25 Jahren). Unser Interesse an der Thematik ist seitdem immer groß und wir sind streitlustig.

2 – Das Wissen um den Komplex „Gehirn“ ist in den letzten zwei Jahrzehnten lawinenartig angewachsen und „schreit“ nach Anwendung im Therapiebereich.

3 – Es gibt eine neue Therpieform, die Punkt 2 bereits Realität sein läßt: das Neurofeedback, EEG-Biofeedback, eine universelle Behandlungsform, dessen Ausmaße und Möglichkeiten noch nicht abzusehen sind.

 

Unser Detailinteresse gilt im weiteren der Darstellung von Effektivität und Begründbarkeit aus gehirntheoretischer Sicht. Beispiel: wir wissen, daß der primärtherapeutische Ansatz hocheffektiv ist, daß Arthur Janov die gehirntheretische Theorie der Neurose und ihrer Heilung sehr stringent und überzeugend herausgearbeitet hat. Jedoch ist sein Therapiekonzept sehr schwierig und nicht auf eine größere Allgemeinheit anwendbar. Dieses Faktum hat uns veranlaßt nach anderen Wegen zu suchen ohne das Argument der Effektivität aus den Augen zu verlieren.

 

Wir werden also im folgenden Janovs Gehirntheorie im Detail darlegen, anschaulich machen und kürzen. Sein Schreibstil ist so anschaulich und verständlich, dass Neuformulierungen unsinnig wären. Sein Therapie-Ansatz werden wir nicht vertiefen, nur soweit zitieren wie es zum Verständnis der Gehirntheorie unerlässlich ist. Unser Ziel ist ja, die Effektivität des Neurofeedback als eine auf die Allgemeinheit überall anwendbare neue Therapieform darzustellen.

 

Alle Art grundsätzlicher Kritik an diesem Buch läßt uns kalt. Wir wissen daß Janov ein „Außenseiter“ der Szene bleiben wird, wir wissen daß das Neurofeedback sich vielleicht erst in Jahrzehnten durchsetzen wird. Es gibt jedoch derzeit keine interessanteren Fachgebiete im Bewußtseins- und Therapiesektor. Das hat eben mit der anschaulichen Aufschlüsselung der Entwicklungsdynamik des Gehirns zu tun. Janov tut das so gründlich und verständlich, daß einem beim Lesen manchmal der Atem stockt. Das Neurofeedback versucht sich auf ähnlicher Schiene, es braucht jedoch die Janovsche Theorie um tiefer zu dringen. Was wir begrüßen wäre in Zukunft eine konstruktive Diskussion zu den Wirkmechanismen im Gehirn. Die Theoretiker des Neurofeedback wissen erst im Ansatz wie das Gehirn im einzelnen auf spezielle Trainingsprotokolle reagiert. Bekannt ist die Effektivität: man weiß, daß es funktioniert. Das beweist die weltweit allmähliche Zunahme der Therapeuten, aktuell mehr als sechstausend. Es spricht sich herum, daß das Neurofeedback-Training bei einer breiten Palette von Symptomen funktioniert.

 

Struktur des Buches:

 

Kapitel 1 ist ein gekürztes Kapitel aus Janovs 1996 erschienenen Buches „Warum Sie krank werden“, eine Einleitung in das Phänomen der Neurose, wie man sie besser nicht geben kann. In Kapitel 2 bis 4 sind Auszüge aus Janovs Büchern, seine neurophysiologische und psychologische Sicht der Traumaentstehung in den betroffenen Gehirnbereichen, die Schleusentheorie, das Versagen der Schleusen sowie Grundlegendes über Angst und Spannung. Auf die Möglichkeit der Auflösung von Traumata durch seine Primärtherapie wird nicht detailliert eingegangen. Sie wird nur soweit mitzitiert wie es zum Verständnis der Grundlagen unumgänglich ist. Die Bücher sind auf Deutsch im Internet für jedermann verfügbar (www.utopie1.de/Janov/index.htm). Wir halten die Janovschen Grundlagen für so wichtig, dass sie die Hälfte des Buches ausmachen.

 

Im Anschluß in Kapitel 6 und 7 erläutern wir die Theorie und Praxis des Neurofeedback sowie den Therapieverlauf. Im letzten 8. Kapitel beschreiben wir die aktuellen Werkzeuge des Neurofeedback, die EEG's, deren Software, die Therapieprotokolle und die ausiovisuelle Stimulation (AVS) Das Neurofeedback benötigt eine fundierte Gehirntheorie der Neurosen-Entstehung, die bisher noch nicht vorliegt. Da ist Janovs Theorie die derzeit beste und verfügbare. Die Neurotechnologien basieren z. T. auf Erfahrungen in nicht-üblichen Bewußtseins-Zuständen. Diese sind bekannt als Hypnose bzw. Trance. Es gibt z. B. die Hypnotherapie, die als Kurzzeittherapie Behandlungen verkürzen und effektiver gestalten soll. Gegen diese Auffassung wendet sich Janov in seinem neuesten Buch "Grand Delusions" (2005) vehement. Wir werden im letzten Kapitel 9 darauf eingehen und den gesamten Bereich anderer Bewußtseins-Zustände aus unserer Sicht darstellen.